Der Continental GTC ist bereits das zweite Cabrio in der aktuellen Bentley Modellpalette. Es folgt der kürzlich angekündigten Neuauflage des auf dem Arnage basierenden viersitzigen Flaggschiff-Cabriolets mit dem traditionsreichen Namen Azure.
Während der Azure ultimativen Glamour, Raffinesse und ein unübertroffen komfortables Platzangebot für vier Erwachsene bietet, ist der 2+2 Continental GTC für Kunden gedacht, die Leistung, Stil und Fahrvergnügen des Continental GT genießen und dabei nicht auf die Freuden eines klassischen Bentley Cabriolets verzichten wollen.
Das Designkonzept
Das neue Modell verbindet klare Continental Tradition mit eigener Persönlichkeit und individuellem Charakter - eine einzigartige Mischung aus sportlicher Dynamik und der Extraportion Eleganz, die man von einem Cabriolet erwartet. Die klaren, schlichten Linien des neuen Automobils werden nicht durch die Schließspalten und Falten beeinträchtigt, die bei so vielen Cabriolets und versenkbaren Hardtops nötig werden, um das Dach in gefaltetem Zustand verstauen zu können. Raul Pires, bei Bentley für das Außendesign zuständig, erklärt den Designprozess:
"Unser Ehrgeiz war es, ein schlichtes, aber elegantes Design zu kreieren - das war uns sehr wichtig. Wir arbeiteten eng mit den Ingenieuren zusammen, um besonders klare Linien für Heckfläche und -klappe zu erreichen. Wenn Sie sich Front und Heck des Fahrzeugs ansehen, werden Sie feststellen, dass uns dies gelang, in dem wir die Linienführung am Übergang von der Motorhaube zum Kühlergrill am Übergang von der Heckklappe zum hinteren Stoßfänger wieder aufnahmen. Dadurch wirkt das Auto sehr ausgewogen."
Um Kompromisse beim Design zu vermeiden, wurde das für den Continental GTC zuständige Entwicklungsteam beauftragt, eine völlig neue Aufhängung für die Hinterräder zu entwickeln. So konnte das Heckdesign so kompakt wie möglich gehalten werden, während gleichzeitig genug Platz blieb, um das Dach in zusammengefaltetem Zustand zu verstauen. Sehr viel Zeit wurde auch darauf verwendet, ein Stoffverdeck zu schaffen, das absolut straff sitzt und in geschlossenem Zustand weder durchhängt noch Falten schlägt.
Wie bei allen Modellen der Continental Reihe musste das Design auch beim GTC den aerodynamischen Erfordernissen bei Höchstgeschwindigkeiten von über 300km/h gerecht werden. Viele Stunden im Windkanal gewährleisteten einen niedrigen Luftwiderstandsbeiwert. Wie bei Coupé und Viertürer sorgen ein Bodendiffusor sowie die spezielle Gestaltung von Heckstoßfänger und Gepäckraumklappenkante für Anpresskraft und Stabilität bei hohen Geschwindigkeiten.
Innendesign
Die Symmetrie der Armaturentafel, die an die Bentley Schwingen erinnert, wiederholt sich in der gesamten Kabine und setzt sich bis in die Lederabdeckung des Staufachs für das Dach fort. Wie ein Maßanzug wurde die Abdeckung mit sorgfältig gesetzten Nähten versehen, die ihre Form und handwerkliche Qualität unterstreichen.
Die gewölbte Rückseite der Vordersitze wurde überarbeitet und verschafft den Fondpassagieren 30 mm zusätzlichen Knieraum. Die Mittelkonsole des Continental GTC schließt im Fond direkt hinter den vorderen Armlehnen mit einer Furnierverkleidung ab. Damit bleibt für die hinteren Sitze eine durchgehende Lederfläche, die das Platzangebot optimiert.
Wie bei jedem Bentley Interieur wurde großer Wert auf die Details der Schmuckelemente gelegt. Der Mix aus poliertem und satiniertem Metall erinnert an modernes Uhrendesign. Eine Klappe zwischen den Rücksitzen ermöglicht es, vom Gepäckraum aus Ski durchzuschieben. Im Kofferraum ist Platz für zwei Golftaschen und natürlich jede Menge Gepäck, so dass sich das Cabriolet als wirklich praktisch erweist.
Von innen ist das Dach des Continental GTC mit besonders hochwertigem Stoff verkleidet, der an den drapierten Dachhimmel der ursprünglich individuell gefertigten Bentleys erinnert. Angeboten werden acht Farben, die je nach Kundenwunsch für eine helle, luxuriöse Atmosphäre oder für ein dunkleres, sportlicheres Ambiente sorgen.
Handwerkskunst
Holzfurnier und Leder sind und bleiben selbstverständlich unverzichtbarer Bestandteil jedes Bentley Interieurs. Ein Blick auf den Continental GTC zeigt, dass diese traditionsreichen Materialien eine zeitgemäße Atmosphäre schaffen können. Obwohl handwerkliches Können so wichtig bleibt wie eh und je, wurde diese zeitlose Kunst durch Technologie des 21. Jahrhunderts ergänzt. So kann zum Beispiel Holz nun zu dramatischen Wölbungen gebogen werden, die früher undenkbar gewesen wären.
Kleine, aber einfallsreiche Designdetails unterstreichen den Unterschied zwischen einem Bentley und anderen Autos. So kann zum Beispiel quer über den Rücksitzen ein attraktives Windschott aus satiniertem Metall befestigt werden. Das aus Chrom und Aluminium gefertigte Element kann zusammengefaltet und im Kofferraum verstaut werden, wenn es nicht gebraucht wird.
Karosserie
Als das Bentley Entwicklungsteam mit der Arbeit am Continental GTC begann, gab es eine klare Zielvorgabe: ein Cabriolet zu schaffen, das sich wie das entsprechende Coupé fährt. Da beim Cabriolet das Dach fehlt, das dem Fahrwerk als wesentlicher Bestandteil der Karosseriestruktur Steifigkeit verleiht, neigen offene Fahrzeuge dazu, während der Fahrt zu zittern oder zu vibrieren.
Die für den Continental GTC zuständigen Ingenieure waren fest entschlossen, diese "scuttle shake" genannten Vibrationen zu eliminieren. Ein breit angelegtes Entwicklungsprogramm sollte dafür sorgen, dass das Stahlkarosserie des Continental GTC eine Verwindungssteifigkeit von um die 30 Hz erreichte - für ein Cabriolet ein geradezu unglaublicher Wert.
Um dieses Ziel zu erreichen, setzten die Techniker auf beträchtliche Stahlverstärkungen an den Schwellern und zusätzliche Querstreben unter der Fahrgastzelle. Auch in den A-Säulen und der Einfassung der Windschutzscheibe kamen verstärkte Stahlrohre zum Einsatz. Um unerwünschte Resonanzen zu beseitigen - eine Aufgabe, die ebenso wichtig war wie die Gewährleistung ausreichender Steifigkeit -, wurde viel Zeit auf die Verbesserung der Befestigungen des hinteren Hilfsrahmens verwendet. Trotz der drastischen Verstärkung der Karosserie wiegt das Cabrio mit 2495 kg nur 110 kg mehr als das Continental GT Coupé. Das entspricht dem Gewicht des Continental Flying Spur, die viertürige Limousine der Continental Reihe. Da die Vibrationen ebenfalls beseitigt werden konnten, bietet das Cabriolet Außergewöhnliches bei Fahrkomfort und Fahrverhalten.
Verdeck mit Überrollschutz
Zweites Ziel des Entwicklungsteams war ein Faltverdeck, das bei allem Komfort in ein kleines Staufach hinter den Rücksitzen passt. Dass sich dieses komplexe Stoffverdeck mit sieben Bügeln in 25 Sekunden zusammenfaltet, ist an sich schon eine bemerkenswerte Leistung. Nicht weniger beeindruckend ist die hochmoderne dreischichtige Konstruktion. Für das Dach des Continental GTC kommen Materialien mit exzellenter Schalldämpfung zum Einsatz. Die äußere Schicht ist dicker und besser gepolstert als bei jedem anderen Cabriolet. Die "Sandwich"-Schicht besteht ebenfalls aus dickem Isoliermaterial, während die Innenschicht aus hochwertigem Stoff gefertigt ist und an die Dachhimmel der Bentleys früherer Tage erinnert.
Das Dach ist mit einer beheizbaren Heckscheibe und einer Innenlampe im Dachhimmel ausgestattet. Es kann auch nach dem Anfahren bei Geschwindigkeiten von bis zu 30 km/h betätigt werden.
Die Sicherheit der Insassen gewährt ein Hightech-Überrollschutz, der unterhalb der hinteren Kopfstützen montiert ist. Wenn der Bordcomputer des Fahrzeugs zu dem Schluss kommt, dass sich das Fahrzeug bei einem Unfall zu überschlagen droht, fahren in Sekundenbruchteilen zwei verstärkte Stahlbögen aus, die in Verbindung mit dem außergewöhnlich starken Rahmen der Windschutzscheibe die Passagiere auf den vorderen und hinteren Sitzen schützen.
Neue Hinterradaufhängung
Um dem eleganten Design und dem Stauraumbedarf des Continental GTC gerecht zu werden, wurde eine neue Hinterradaufhängung entwickelt. Das Cabriolet besitzt dieselbe Aufhängung wie das Continental Coupé: Vierlenker-Vorderachse und Trapezlenker-Multilink-Hinterachse mit computergesteuerter Luftfederung und hundertprozentig variablen, elektronisch gesteuerten Dämpfern anstelle konventioneller Schraubenfedern.
Bei früheren Continental Modellen war die Luftdämpfereinheit jedoch am oberen Arm der hinteren Aufhängung montiert. Beim Cabriolet wurde der gesamte Dämpfer um 210 mm abgesenkt und ist jetzt an einem brandneuen unteren Trapezlenker mit einem Hightech-Befestigungspunkt aus Aluminiumguss angebracht, der genügend Festigkeit und Steifigkeit bietet, um den Dämpfer an seinem Platz zu halten.
Aufgrund der leicht veränderten Gewichtsverteilung und da gewährleistet werden musste, dass der Continental GTC ebenso luxuriös und komfortabel wie sportlich und dynamisch ist, wurden die Kolben der Luftfederung sowie die Dämpferhydraulik vorne und hinten überarbeitet.
Wie bei den anderen Continental Modellen kann der Fahrer beim Continental GTC zwischen vier vorprogrammierten Federungs-Einstellungen von Comfort bis Sport wählen. Diese Einstellungen passen die computergesteuerten Dämpfer automatisch an, damit das Fahrzeug stets richtig auf den jeweiligen Fahrstil reagiert. Bei Geschwindigkeiten von über 245 km/h senkt die Aufhängung das Fahrzeug ab, um den aerodynamischen Auftrieb möglichst gering zu halten, was der Stabilität bei hohen Geschwindigkeiten zu Gute kommt.
Der moderne permanente Allradantrieb des Continental GTC sorgt bei jedem Wetter für erstaunliche Traktion und Ausgewogenheit. Unter normalen Bedingungen wird die Antriebskraft über ein hoch sensibles Torsen-Mittendifferenzial gleichmäßig zwischen Vorder- und Hinterachse verteilt. Sollte das Differenzial jedoch eine Abweichung der Momentanforderung zwischen beiden Achsen entdecken, lenkt es automatisch mehr Kraft auf die Räder, die bessere Straßenhaftung anzeigen.
Der Continental GTC ist mit Traktionskontrolle und einem elektronischen Stabilisierungsprogramm (ESP) ausgestattet. Beide können vom Fahrer auf Wunsch abgeschaltet werden. Diese diskreten Fahrerhilfen bieten zusätzliche Sicherheit und Kontrolle über das dynamische Potenzial des Fahrzeugs, ohne sich in den Vordergrund zu drängen. So ist gewährleistet, dass das einzigartige Bentley Fahrerlebnis nicht beeinträchtigt wird.
Der Continental GTC ist mit dem überarbeiteten Lenksystem ausgestattet, das mit dem Viertürer Continental Flying Spur eingeführt wurde. Um das Fahrgefühl zu verbessern, wurde die Reibung von Lenksäule, Zahnstange und Aufhängungskugelgelenken reduziert und das Ansprechverhalten verbessert, mit etwas größerer Leichtgängigkeit für entspannteres Fahren bei hohen Geschwindigkeiten und einer lineareren Lastzunahme bei beginnender Kurvenfahrt.
Wie die übrigen Modelle der Continental Reihe ist auch der Continental GTC mit den größten Bremsscheiben ausgestattet, die heute bei einem Serienfahrzeug erhältlich sind. Die vorderen Bremsscheiben haben einen Durchmesser von 405 mm und sind 36 mm breit, bei den hinteren Bremsscheiben ist es ein Durchmesser von 335 mm bei einer Breite von 22 mm. Die Aluminium-Bremssättel tragen vorne das Bentley Logo in Aluminiumguss.
Die Bremsanlage ist mit einem Antiblockiersystem von Bosch mit Bremsassistent und elektronischer Druckverteilung ausgestattet. Der Continental GTC besitzt außerdem eine "intelligente" elektronische Parkbremse mit Anfahrhilfe (nicht für USA). Die Parkbremsanlage kann auch als Notbremse benutzt werden. In diesem Fall werden alle vier Räder abgebremst, während das elektronische Sicherheitssystem des Fahrzeugs voll einsatzbereit bleibt, so dass der Fahrer normal lenken kann. Die serienmäßige Reifendrucküberwachung misst kontinuierlich den Reifendruck an allen vier Rädern. Sollte es zu einem Abfall kommen, wird der Fahrer sofort gewarnt.
Antrieb
Angetrieben wird der Continental GTC von dem großartigen 6-Liter-W12 Motor von Bentley mit Doppelturbolader, der das Fahrzeug in 5,1 Sekunden von 0 auf 100 km/h beschleunigt und für eine Höchstgeschwindigkeit von 312 km/h gut ist. Dieses Ehrfurcht gebietende Meisterwerk der Technik entspricht dem Triebwerk von Continental Coupé und Viertürer und bringt neben der phänomenalen Leistung von 560 PS / 411 kW auch das legendäre Drehmoment von 650 Nm bereits im unteren Drehzahlbereich, das Markenzeichen aller Bentleys ist.
Der 12-Zylinder-Block besitzt einen Zylinderkopf mit 48 Ventilen und vier Nockenwellen mit kontinuierlich variabler Nockenwellenverstellung. Die Kraftübertragung zum Sechsgang-Automatikgetriebe erfolgt über eine siebenfach gelagerte Kurbelwelle. Um die Einhaltung strengster Emissionsvorschriften zu gewährleisten, ist der Doppelturbolader mit einem einzigartigen Bypassventil ausgestattet, über das automatisch Abgas zur Heizung der Katalysatoren geleitet wird, wenn das Auto mit kaltem Motor gestartet wird. Den Rest der Zeit arbeitet dieses Ventil dann als Ladedruckregelventil des Turboladers.
Die Borg-Warner Turbolader sind die ideale Lösung für eine flache Drehmomentkurve und gewährleisten, dass dem Fahrer sofort ohne die Spur eines Turbolochs und ohne durch die Gänge zurückschalten zu müssen Leistung zur Verfügung steht. Diese beeindruckende Drehmomentkurve bleibt konstant. Von nur 1600 min-1 bis 6000 min-1 liegt immer das volle Drehmoment von 650 Nm an.
Die enorme Leistung des Continental GTC wird durch ein von ZF für Bentley gebautes Sechsgang-Automatikgetriebe kanalisiert. Das Getriebe kann im Vollautomatikmodus oder als kupplungslose Handschaltung genutzt werden, bei der die Gänge nur gewechselt werden, wenn der Fahrer entweder am Wählhebel oder an den Schaltwippen hinter dem Lenkrad schaltet.








